Bajadere: Tanz und Film auf den Spuren von Goethes Tempeltänzerin

Samstag, 10.07.21, um 19 Uhr

„Bajadere“ Trailer:
https://youtu.be/NptomLqwpYU

In seiner 1797 veröffentlichten Ballade „Der Gott und die Bajadere“ schreibt Johann Wolfgang von Goethe über eine Bajadere (Tempeltänzerin), deren Liebe von einem Gott in Menschengestalt auf die Probe gestellt wird. Sicher hätte er sich nicht träumen lassen, welchen Einfluss dieses Gedicht auf Künstler im Westen und sogar in Indien haben würde. Diese Veranstaltung widmet sich mit Vorträgen, tänzerischen Interpretationen und einem Kurzfilm Goethes außergewöhnlicher Ballade und ihrer transkulturellen Bedeutungen. 

Zunächst diskutiert Sandra Jasmin Schlage in einem kurzen Vortrag Inhalt und Quellen von Goethes Werk, aber auch, wie nah seine Darstellung der Lebensrealität der Devadasis kommt (den indischen Tempeltänzerinnen), die als Vorbild für die Protagonistin dienten. In Europa wurde die Handlung in leicht veränderter Form in immer wieder neuen Ballettaufführungen gefeiert. Doch wie könnte diese Geschichte als klassische indische Tanzaufführung aussehen? Zwei Bharatanatyam Tänze zeigen die Geschichte der jungen Frau, die sich in den Gott Shiva verliebt. Zunächst erzählt „Thillai Ambalam“ davon, wie die Heldin den Gott im Traum erblickt und sich die Hochzeit mit ihm ausmalt und im zweiten Stück wird die Handlung quasi fortgeführt in Schuberts Vertonung der Goethe Ballade, getanzt als Bharatanatyam Stück.

Der zweite Teil der Veranstaltung ist dem Kurzfilm „Bajadere“ gewidmet, der ebenfalls von Goethes Ballade inspiriert ist. Der Film entstand im Rahmen des Projekts „Der Mensch und die Krise“ und wurde vom Rheinisch-Bergischen Kreis gefördert. Hier dient die Ballade als Ausgangspunkt für eine Geschichte über die innere Transformation in einer Krisensituation. Während Goethes Ballade mit dem Selbstopfer der Tänzerin und der Errettung durch Gott endet, zeigt der Film ihre Fähigkeit zur Akzeptanz, Hingabe und Selbstverwirklichung. Die Regisseurin Tanmayo wird das Konzept des Films vorstellen, sowie exklusive Einblicke in die Erstellung von Film und Musik geben. Als Finale der Veranstaltung wird der bisher unveröffentlichte Kurzfilm vorgeführt und im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu einem Gespräch mit beiden Künstlerinnen.  

Termin:  Samstag, 10.07.21, 19 Uhr

Eintritt: Wir erheben keinen Eintritt. Stattdessen, bitten wir um Ihre Spende für ein Post-Corona-Dorfprojekt. Kennwort "Corona-Hilfe Indien" 

Deutsch-Indische Gesellschaft BonnKöln, IBAN: DE04 3705 01980 0200 06011

Hier gelangen Sie direkt zur Veranstaltung:

Thema: Zoom meeting invitation - INDIENWOCHE 10.7.2021 Veranstaltung Bajadere
Uhrzeit: 10.Juli.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/87207882459?pwd=WkQrTGk1R2g1S3paM3dpZzlXNU9HUT09
Meeting-ID: 872 0788 2459
Kenncode: 393709

Referentinnen:

Sandra Jasmin Schlage (www.Sandra-Jasmin-Tanz.delebt in Bergisch Gladbach bei Köln und arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin in der Abteilung für Asiatische und Islamische Kunstgeschichte der Universität Bonn, wo sie regelmäßig Seminare zu Tanzformen aus Asien anbietet. Sandra Jasmin verfügt über eine umfangreiche Ausbildung in Bharatanatyam (klassischer indischer Tanz), Grundkenntnisse in Charya Nritya (klassischer nepalesischer Tanz) und verschiedenen indischen Volkstänzen. Ihre wichtigsten Lehrer sind Madhavi Mandira (Deutschland), Smt. Vanishree Ravishankar (Indien) und Sri P.T. Narendran (Indien). Als Mitglied verschiedener Ensembles sowie solo tanzt sie bei zahlreichen Events und Shows in Deutschland, Indien und weltweit.

Karen Boyd - Tanmayo (www.tanmayomusic.com) ist eine Musikerin, Filmemacherin und Malerin. Sie hat klassische Geige bei Inga Gibb (UK) und Geschichten erzählen bei David Campbell (BBC Schottland) studiert. Als Geigerin and Sängerin war sie viele Jahre mit einigen Top-Musikern der Weltmusik Szene (z.B: Snatam Kaur, Prem Joshua) auf Tournee. Sie hat auf Paul McCartney’s Hochzeit und für Anoushka Shankar (Ravi Shankar’s Tochter) gespielt. Nach 6 eigenen solo CD’s verwebt sie nun all ihre vielfältigen, künstlerischen Ausdrucksweisen miteinander und so entstehen berührende cinematische Kreationen. Das Filmemachen, welches sie autodidaktisch gelernt hat, ist für sie auch eine Möglichkeit, die Schönheit auszudrücken, die sie in der Natur um sich herum findet. Heute kreiert sie unter anderem Dokumentarfilme für Künstler, Musiker und kleine Unternehmen. Für die 1969 im Norden von Schottland geborene Künstlerin ist Bergisch Gladbach zu Ihrem zu Hause geworden.

 

Foto: Karen Boyd - Tanmayo

Informationen zum Projekt „Der Mensch und die Krise“:  https://www.rbk-direkt.de/preistraegerinnen-und-preistraeger.aspx

 

Foto: Sandra Jasmin Schlage